Wie kalkuliert man die m²-Leistung bei Rasenmähern?

Wenn du einen Rasenmäher auswählen willst, ist die Frage nach der m²-Leistung zentral. Viele Käufer schauen nur auf die Motorleistung oder den Preis. Sie unterschätzen dabei, wie sehr Fläche, Gelände und Arbeitsweise die echte Leistung beeinflussen. Das führt zu Geräten, die zu langsam sind. Oder zu Mähern, die häufig nachgeladen oder getankt werden müssen.

Typische Situationen sind ein kleiner Stadtgarten mit 200 m², ein Einfamilienhausgrundstück mit 800 m² und größere Grundstücke bis mehrere tausend Quadratmeter. Es gibt auch komplizierte Fälle. Zum Beispiel viele Beete und Bäume. Oder Hanglagen. Oder sehr dichtes, hochgewachsenes Gras. In solchen Fällen sinkt die effektive m²-Leistung deutlich.

Das Hauptproblem ist, dass Herstellerangaben oft unter Laborbedingungen gemessen werden. Dort gelten ideale Schnittbedingungen ohne Hindernisse. Im echten Garten sieht es anders aus. Du brauchst deshalb eine belastbare Methode, um die m²-Leistung für deinen Anwendungsfall zu kalkulieren. Dieser Artikel erklärt Schritt für Schritt, wie du das machst. Du lernst einfache Formeln, Korrekturfaktoren und Praxisbeispiele. Am Ende kannst du die passende Mäherklasse wählen. Und du vermeidest Fehlkäufe.

Table of Contents

So berechnest du die m²-Leistung eines Rasenmähers

Schritt 1: Fläche des Rasens messen

Teile dein Grundstück in einfache Formen. Rechtecke, Kreise oder Dreiecke sind gut. Messe Länge und Breite bei Rechtecken. Berechne Fläche mit Länge mal Breite. Bei Kreisen nimm Radius mal Radius mal Pi. Bei unregelmäßigen Flächen zerlegst du das Gelände und addierst die Teilflächen. Alternativ kannst du Google Maps oder eine Vermessungs-App nutzen. Notiere die Gesamtfläche in Quadratmetern.

Schritt 2: Relevante Mäherdaten ermitteln

Wichtig sind zwei Werte: Schnittbreite und durchschnittliche Arbeitsgeschwindigkeit. Die Schnittbreite findest du in den technischen Daten. Die Arbeitsgeschwindigkeit ist die typische Vorwärtsgeschwindigkeit beim Mähen. Bei handgeführten Benzin- und Elektro-Mähern liegt sie oft zwischen 3 und 4 km/h. Bei Geräten mit Fahrantrieb kann sie höher sein. Hersteller nennen manchmal eine empfohlene Flächengröße. Diese Angabe ist oft optimistisch. Beziehe deshalb Korrekturfaktoren ein.

Schritt 3: Formel zur m²-Leistung

Grundformel für die theoretische Leistung pro Stunde:

m²/h = Schnittbreite (m) × Geschwindigkeit (m/s) × 3600

Geschwindigkeit in m/s erhältst du durch Teilen von km/h durch 3,6. Ziehe dann reale Effekte ab. Nutze zwei Korrekturfaktoren:

  • Überlappungsfaktor für die notwendige Überlappung beim Wenden. Typisch 0,85 bis 0,95.
  • Einsatzfaktor für Hindernisse, Wenden und Pausen. Typisch 0,6 bis 0,9 je nach Gelände.

Endgültige Rechnung:

reale m²/h = theoretische m²/h × Überlappungsfaktor × Einsatzfaktor

Rechenbeispiel

Schnittbreite 0,5 m. Geschwindigkeit 3,6 km/h sind 1 m/s. Theoretische m²/h = 0,5 × 1 × 3600 = 1800 m²/h. Mit Überlappungsfaktor 0,9 und Einsatzfaktor 0,7 ergibt sich reale m²/h = 1800 × 0,9 × 0,7 = 1134 m²/h. Das ist die praxistaugliche Leistung.

Tabelle: Vergleich typischer Rasenmähermodelle

Modell Schnittbreite (m) Typische Herstellerangabe (m²) Realistische m²/h (geschätzt)
Bosch Rotak 32 0,32 bis 250 m² 150–300 m²/h
Bosch Rotak 37 0,37 bis 400 m² 200–450 m²/h
Stihl RMA 339 (Akku) 0,37 bis 600 m² 180–420 m²/h
Honda HRX 537 0,53 bis 2000 m² 400–1200 m²/h

Kurze Zusammenfassung

Miss zuerst die Fläche. Nutze einfache Formeln für Rechtecke und Kreise. Berechne die theoretische m²/h aus Schnittbreite und Geschwindigkeit. Ziehe Überlappungs- und Einsatzfaktoren ab. Vergleiche so reale Leistung mit Herstellerangaben. Mit dieser Methode wählst du einen Mäher, der zu deiner Fläche und deinem Gelände passt. So vermeidest du Unter- oder Überdimensionierung.